1. FC Offhausen-Herkersdorf

10.05.2015 | Herdorf II

5:2-Fest mit den Fans – Fair Play von Herdorf

Die Spieler des FCO wussten, dass sie wohl überrannt werden, wenn sie heute nicht von der ersten Minute an bei 100 % sind. Das waren sie aber diesmal und dominierten, im Gegensatz zu den letzten Wochen, von Beginn an die Partie. Die Offhausener nutzten den erwarteten Platz im Mittelfeld, forderten die Bälle, kombinierten sehenswert und kamen schon früh zu der ein oder anderen guten Chance. Die erste gute Einschussgelegenheit hatte Linksaußen Peter Bayer. Markus Fürbass hatte den heute wiedermal stark spielenden Mateusz „Loddar“ Zimniak über rechts auf die Reise geschickt, der scharf in die Mitte passte, von wo aus Bayer aus spitzem Winkel leider am Außenpfosten scheiterte. In der zwanzigsten Minute fiel dann aber nach einer Standardsituation trotzdem das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0. Die Kugel landete nach missglückter SG-Abwehr bei Patrick Krah, der die Lücke fand und zum aufgerückten Libero Peter Eisel durchsteckte. Dieser fackelte nicht lange und schlenzte das Leder von der 16er-Kante in den langen Winkel. Nur zwei Minuten später hätte Kapitän Marcel Spangler die Uhr auf 2:0 stellen können, scheiterte aber knapp am Herdorfer Keeper. Postwendend fiel dann auf der Gegenseite der bittere Ausgleich. Gästespieler Fabian Köhler setzte sich auf der rechten Seite durch und versuchte sich an einer Flanke in die Mitte. Diese missriet allerdings völlig und senkte sich unhaltbar über FCO-Schlussmann Jonas Prudlo ins Köppeltor (24.) – ja gibt es denn sowas! Die Heimelf steckte jedoch nicht auf und versuchte weiter Druck zu machen. Doch während Offhausen in dieser Phase nur zu Halbchancen durch Fernschüsse oder nicht perfekt ausgespielte Offensivaktionen kam, wurde Herdorf, die nun auch etwas Morgenluft witterten, zwingender. Durch schnell vorgetragene Konter kamen sie zu zwei guten Gelegenheiten, um in Führung zu gehen. Die erste davon vereitelte Torwart Prudlo noch geradeso, bei der zweiten hatte er keine Chance und musste das zweite Mal an diesem Tag hinter sich greifen – 1:2 (40.). Doch auch diese Führung sollte nicht lange halten. Kurz vor dem Pausentee trat Moritz Schuhen einen maßgenauen Freistoß aus dem Halbfeld auf den Kopf von Eisel, von wo aus die Pille zum zweiten Mal den Weg in den rechten Winkel fand – 2:2 (43.). Mit diesem Ergebnis ging es in die Katakomben.

 

Der zweite Durchgang startete dann mit einem Deja vu der besonderen Sorte. Auch Herdorf hatte einen langen Einwerfer in ihren Reihen und auch dieser versuchte es von der linken Außenlinie direkt. Wieder sprang der Ball per Aufsetzer über Torwart Prudlo ins Köppeltor, wieder ohne jegliche Berührung und wieder entschied der Unparteiische auf Tor, weil er eine Berührung vom Herdorfer Stürmer Taskin Murcak gesehen hatte. Wieder protestierten die FCO-Spieler verständlicherweise vehement und wieder fragte der Schiedsrichter beim Gegenspieler nach. Ab jetzt geht die Geschichte aber anders weiter als im Derschenspiel. Murcak zeigte wahre Größe und gab bei diesem Spielstand ohne zu zögern zu, dass er nicht am Ball war. Das Tor wurde aberkannt. Vielen Dank dafür! Das ist nicht selbstverständlich und das werden wir nicht vergessen! Im Anschluss nahm das Match wieder Fahrt auf, ohne dass es zu Hochkarätern auf beiden Seiten kam. Trotzdem blieb es ein gutes Spiel, bei dem vor dem Tor vielleicht nicht immer die richtige Entscheidung getroffen wurde, aber bei dem guter Fußball geboten wurde, was nicht zuletzt der Sahneform einiger FCO-Mittelfeldakteure zuzurechnen ist. In Minute 70 schepperte es dann aber trotzdem im Herdorfer Gehäuse – und wie! Fürbass hatte mal wieder keine Lust auf Unentschieden. Er bekam die Kugel ca. 18 Meter vor dem Tor von Zimniak in den Fuß gepasst, drehte sich, legte sie sich auf den rechten Schlappen und zog ab. Es ist von Glück zu sprechen, dass weder Mensch noch Tier den armen „Derbystar“-Ball mehr berührte, bevor er im rechten Knick einschlug, sonst wäre wohl eine verfrühte Himmelfahrt nicht auszuschließen gewesen – 3:2 (70.). Jetzt war das Bundesligapublikum um die „Macht vom Köppel“ endgültig on fire …und mit ihnen Steffen Rübsamen. Durch die nun aufrückenden Herdorfer ergaben sich große Lücken in ihrer Defensive, die auch Neymar nicht besser hätte nutzen können. Rübsamen sprintete nun jedem Pass hinterher – manchmal zwar einfach nur, um die Endzone (Platzende) zu erreichen, zweimal allerdings auch, um die Pässe von Spangler und Hagedorn zu verwerten. Dem Spangler-Ball über links ließ er einen 30 Meter-Sprint folgen, um dann sicher ins rechte Eck zum 4:2 abzuschließen (80.), beim gut getimten Pass von Holger Hagedorn, sprang Rübsamen dann ca. 10 Meter vor dem Tor entschlossen in den Ball und versenkte diesen erneut (85.). Diesmal zum 5:2 und jetzt zum Endstand. Torwart Prudlo musste zwar noch einmal ernsthaft eingreifen, aber die Messe war gelesen, der Drops gelutscht und der Kuchen gegessen.

 

Fazit: Eine tolle Leistung von der Mannschaft und eine überragende Fangemeinde führten heute zum ganz wichtigen Dreier gegen Herdorf. Wenn man sagt, dass es heute Spaß gemacht hat, ist das maßlos untertrieben. Dank den Teufelskerlen aus Harbach, die heute den Drittplatzierten Selbach mit 2:1 plattmachten, ist dem FCO der zweite Tabellenplatz nun nicht mehr zu nehmen. Die Relegation, die dieses Jahr wohl vielversprechender ausfällt, ist also gesichert. Die Köppelkicker können nächste Woche im Wissener Dr. Grosse-Stadion befreit aufspielen, haben nichts mehr zu verlieren und werden alles daran tun, ihre Außenseiterrolle dazu zu nutzen, auch dort einfach zu gewinnen!

 

Es spielten: Prudlo – Eisel, Ginsberg, Weller (71. Theis) – Bayer (60. Rübsamen), Spangler, Greb, Zimniak – Fürbass, Krah, M. Schuhen (80. Hagedorn)

 

Nochmals vielen Dank an die 180 Zuschauer, die für Gänsehautmomente sorgten!

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